Tutorial: Podcast-Sammelfeed mit Podlove

Im Leben eines jeden Vielpodcasters, kommt unweigerlich früher oder später die eine Höreranfrage: “Hast Du ne Art Sammelfeed, so dass ich einfach alles von Dir auf einem Schlag abonnieren kann, auch Deine zukünftigen Podcastprojekte?”
Und da es sehr attraktiv klingt für Eure zukünftigen Podcastprojekte sofort viele Hörer haben zu können, sagt Ihr natürlich…
“Leider nein! Denn ich weiß leider nicht, wie man sowas macht :(” während in Eurem Unterbewusstsein Lieder erklingen, wie schön es doch wäre einen Sammelfeed zu haben. *Seufz*

Nun, dem Menschen kann geholfen werden, gibt es nun keine Ausrede mehr, hab ich mich doch etwas mal reingenerdet und dieses Tutorial geschrieben, dass Euch diesen Traum erfüllen sollte. Mit Hilfe vom Podlove Publisher.

Hinweis: Ich setz voraus, dass Ihr Podcast-Grundlagen soweit drin habt, Euch ein WordPress und Podlove installieren könnt, grob wisst was ein Feed ist, was Internetadressen sind und dass Ihr wisst, wie Ihr Episoden mit Podlove veröffentlichen könnt. Und dass Ihr sicher seid, dass Eure Installation grundlegend auch funktioniert. Sollte das für Euch noch unklar oder knifflig sein, empfehle ich Euch im sendegate.de vorbeizuschauen, eine Podcastcommunity, in der Euch über die Anfangsfallstricke hinweggeholfen wird.
Solltet Ihr Fragen haben, stellt sie einfach im Kommentarbereich unter diesem Tutorial. Speziell die “dummen Fragen”, das sind meist die wichtigsten 😉

1. Wir erstellen einen Feed-Mix

Bevor wir den eigentlichen Sammelfeed erstellen, brauchen wir noch eine Zusammenstellung aller Eurer Podcastfeeds, sprich: alle Eure Feeds müssen irgendwie zu einem Einzigen zusammengeführt werden. Diese Zusammenstellung nenn ich in diesem Tutorial FeedMix. Leider gibt es kein gutes WordPressplugin dafür und auch der Podlove Publisher hat nichts standardmäßig dabei was uns helfen würde.
Doch gibt es Dienste im Netz, die uns genau bei diesem Problem weiterhelfen können: Feed-Aggregatoren.
Eine Webseite, mit der ich ohne Probleme einen funktionierenden FeedMix erstellen konnte ist rssmix.com

Bevor wir anfangen können, müsst Ihr nun alle Adressen der MP3-Feeds Eurer Podcasts zusammensammeln (ich gehe hier der Einfachheit halber davon aus, dass Ihr nur MP3 anbietet). Wenn Ihr diese habt, tragt Ihr diese auf der rssmix.com Seite in das erste große Feld ein. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr dem FeedMix noch einen guten Titel geben. Danach klickt Ihr auf CREATE.
In Abbildung 1 könnt Ihr das Ganze nochmal genau sehen(Draufklicken zum Vergrößern).


Abbildung 1: Feeds zusammenstellen

Wenn Ihr nun auf Create geklickt habt, erscheint eine weitere Seite, auf der Ihr nun die Adresse Eures FeedMixes findet(in Abbildung 2 blau unterstrichen)


Abbildung 2: Eine Adresse für alle Feeds

Dieser Link ist wichtig. Speichert ihn oder schreibt ihn Euch ab, denn diesen brauchen wir in Schritt 2.

Wichtig: solltet Ihr einen anderen Feed-Aggregator als rssmix.com nutzen, öffnet den erstellten FeedMix nochmal gezielt und schaut nach, ob Eure Podcastdateien (die MP3s oder M4A oder welches Audioformat Ihr auch immer nutzt) auch wirklich in dem FeedMix auftauchen. Nicht selten passiert es, dass Ihr nur die Blogeinträge bekommt aber die eigentliche Audiodatei fehlt.
Prüft das also bitte. Abonniert testweise diesen FeedMix mit einem Podcastclient und schaut nach, ob Ihr Eure eigenen Audiodateien überhaupt herunterladen könnt.
Und ob alle Episoden aller Eurer Podcasts überhaupt im FeedMix auftauchen!

2. Wir erstellen unseren Sammelfeed ins Podlove

Im nächsten Schritt erstellen wir den Feed, den unsere Hörer abonnieren sollen. Ein guter Ort dafür ist z.B. die Podlove-Installation Eures Hauptpodcasts, wie in unserem Beispiel. Ihr könnt aber auch für Euren Sammelfeed, ein eigenes, verstecktes WordPress mit Podlove und eigener Internetadresse aufsetzen, je nachdem was sinnvoller ist für Eure Hörer.

In Abbildung 3 seht Ihr, dass unser Podcast “great-podcasts” bislang nur seine eigenen Feeds hat.


Abbildung 3: Podcastfeeds ohne den Sammelfeed

Nun erstellen wir einen neuen Feed, der unser Sammelfeed werden soll. Gebt dem Feed einen aussagekräftigen Feed-Namen und ein aussagekräftiges Slug. Der Slug ist der Name, unter dem der Feed dann zu abonnieren sein wird(Die SammelFeed-Adresse seht Ihr direkt darunter, neben Feed-Identifier URL Preview: )
Danach wählen wir die Redirect Method aus. Wählt hier “Temporary Redirect (HTTP-Status 307)” aus.
Jetzt brauchen wir die Adresse zu unserem FeedMix und tragen diese in Redirect URL ein.
In Abbildung 4 könnt Ihr das Ganze nochmal genauer sehen.


Abbildung 4: Sammelfeed einrichten

Nochmal! Es ist wichtig dass Ihr Temporary Redirect auswählt, da ein Permanent Redirect Euch und Euren Hörern unter Umständen Probleme bereiten kann(z.B. wenn rssmix.com den Dienst einstellt und Euer FeedMix verschwindet):

Der Unterschied zwischen Permanent und Temporary Redirects

Beispiel: SammelFeed -> FeedMix

Permanent Redirects: Der Podcastclient ruft zuerst SammelFeed(danach FeedMix) auf, aber in Zukunft nur noch FeedMix.
Temporary Redirects: Der Podcastclient ruft zuerst SammelFeed(danach FeedMix) auf, und in Zukunft weiterhin SammelFeed.

Nun haben wir es geschafft, wir haben einen Sammelfeed für Eure Hörer(Nummer 1 in Abbildung 5). Dieser Sammelfeed leitet auf den FeedMix weiter(Nummer 2 in Abbildung 5), den wir in Schritt 1 erstellt haben.
Warum dieser Aufwand mit FeedMix und Sammelfeed in Podlove sinnvoll ist, erfahrt Ihr später in Abschnitt 4.


Abbildung 5: Podcastfeeds mit unserem Sammelfeed

Wichtig: Bevor Ihr den Sammelfeed Euren Hörern gebt, testet Ihn. Abonniert ihn in Eurem Podcastclient und schaut nach, ob Ihr problemlos die Episoden herunterladen könnt und auch, ob alle Episoden aller Eurer Podcast im Sammelfeed auftauchen.
Erst wenn alles in Ordnung ist, könnt Ihr den Feed beruhigt an Eure Hörerschaft weiterreichen. 🙂

3. Mehrere Sammelfeeds für unterschiedliche Inhalte oder Audioformate

Unter Umständen gibt es die Notwendigkeit mehrere Sammelfeeds zu erstellen. Wenn Ihr z.B. ein Podcastnetzwerk seid aus Interviewpodcasts, Hörbüchern, etc, wollt Ihr vielleicht Sammelfeeds nur für alle Interview-Podcasts haben, Sammelfeeds nur für die Hörbuch-Podcasts, etc. Oder Ihr bietet Eure Podcasts in verschiedenen Audioformaten an(MP3, M4A, Opus, Ogg, etc) und wollt nun einen Sammelfeed aller Podcasts für MP3 haben, einen für M4A, einen für Opus, etc.
Um das zu erreichen, erstellt Ihr einfach noch weitere FeedMixes(wie in 1. oben beschrieben), tragt dort aber nur die Interview-Podcasts ein und/oder nur die Hörbuch-Podcasts, oder nur die MP3-Feeds Eurer Podcast, oder nur die M4A Feeds Eurer Podcasts, etc.
Dann erstellt Ihr in Podlove wieder passende Sammelfeeds(wie in 2. oben beschrieben), mit den Redirects zu den jeweiligen Feedmixes, usw. Achtet nur darauf, dass Ihr den einzelnen Sammelfeeds eindeutige Namen und Slugs gebt, damit Ihr sie gut unterscheiden könnt.
Und auch hier wieder wichtig: TEMPORARY REDIRECT auswählen!

4. Warum nicht den FeedMix nehmen, sondern Redirect in Podlove?

Den einen oder anderen unter Euch wird sich natürlich die logische Frage stellen: Warum nicht einfach den Feed-Mix aus dem ersten Schritt oben nehmen und meinen Hörern als Sammelfeed geben? Das wär doch leichter als das umständlich über Podlove laufen zu lassen.
Nun das mag am Anfang so erscheinen, aber es gibt mehrere gute Gründe das über Podlove zu machen.

1. Der Feed ist in Eurer Hand
So toll der Feed-Aggregator-Service auch sein mag, Ihr könnt niemals sicher sein, ob dieser nicht von heute auf morgen seine Pforten schließt, seinen Dienst einstellt und somit auch Euer FeedMix aus dem Internet verschwindet.
Damit seid Ihr auch automatisch alle Hörer los, die Euch über diesen FeedMix abonniert haben. Klar, sie können Euch ja wieder abonnieren aber ob sie das tun, auf die Idee kommen oder vielleicht sogar denken Euer Podcast ist weg vom Fenster, oder oder oder.
Das ist zu viel Unsicherheit, die Ihr Euch ersparen wollt.
Und zuviel Aufwand, den Ihr Euren Hörern ersparen wollt, speziell denen, die mit Technik nicht gut umgehen können und hoffnungslos überfordert wären mit einem Neuabonnement.
Wenn der Feed aber(dank Podlove) auf Eurer Seite abgerufen wird (egal ob dieser Feed irgendwohin weiterleitet oder nicht), dann ist dieser solange da, wie es Eure Webseite gibt.
Wenn also der Anbieter Eures FeedMixes verschwindet, sind Eure Hörer noch immer auf den Feed auf EURER Seite abonniert(solange Ihr TEMPORARY REDIRECT ausgewählt hattet!) und nicht auf den nun verschwundenen FeedMix. Ihr könnt dann also problemlos bei irgendeinem anderen FeedAggregator einen neuen FeedMix machen, den Link wieder, wie oben beschrieben, eintragen und alles läuft, ohne dass Ihr Hörer dabei verloren habt oder Eure Hörer irgendetwas tun müssten.

2. Flexibilität Eurer FeedMixes
Die Webseite rssmix.com, mit der wir in Schritt 1 den FeedMix erstellt haben, ist sehr einfach zu bedienen, ABER: Wenn Ihr einen neuen Podcast machen wollt, könnt Ihr diesen neuen Podcast-Feed nicht so ohne Weiteres zu dem alten FeedMix hinzufügen. Stattdessen müsst Ihr einen Neuen erstellen!
Wenn Eure Hörer nun den alten FeedMix(ohne den neuen Podcast drin) abonniert haben, müssten ALLE EXTRA den neuen FeedMix(mit dem neuen Podcast drin)abonnieren.
Und wissen dass sie das tun sollen.
Und das auch noch können.
und so weiter und so weiter.
Wenn Ihr stattdessen einfach die FeedWeiterleitung in Podlove nutzt, setzt Ihr nur den Link zum neuen FeedMix ein und Eure Hörer haben sofort alles eures neuen Podcasts, ohne irgendetwas extra tun zu müssen.

3. Zukunftskompatibel zu Sammelfeedlösungen
Vielleicht wird es mal ein gutes WordPressplugin für Sammelfeeds geben, oder ein eigenes Sammelfeed-feature in Podlove, so dass Ihr keine FeedMixes mehr braucht. In diesem Fall müsstet Ihr das Sammelfeed-Feature oder Plugin nur einrichten, prüfen ob alles funktioniert und den Link zu dem neuen Sammelfeed-feature, wie oben in 2. beschrieben, in die Feedweiterleitung eintragen.

In jedem Fall gibt es Euch Kontrolle und Sicherheit über Euren Sammelfeed und Euren Hörern Einfachheit.
Und das wollt Ihr im Endeffekt.

So, der Worte sind genug gepostet, ich wünsche Euch viel Spaß mit Eurem Sammelfeed.

Meo

Ein Gedanke zu „Tutorial: Podcast-Sammelfeed mit Podlove“

  1. Danke für das hilfreiche Tutorial. Wird immer wieder angefragt.
    Schön, dass du dir so viel Zeit genommen hast, auch zu erklären, wieso (und welche) Feed-Redirects von der eigenen Domain besser sind als “Fremd-URLs”. 🙂

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